Donnerstag, 21. Juli 2016

Meine Reisen als Kind

Auf Grund der aktuellen Blogparade von "Family4travel "mit dem sehr inspirierenden Thema
"Meine Reisen als Kind", http://www.family4travel.de/aufruf-zur-blogparade-meine-reisen-als-kind/ möchte ich mich mit diesem Artikel auch daran beteiligen, und euch hiermit einladen mit mir in die Vergangeheit zu reisen, um zu sehen was das Reisen damals so ausgemacht hat, und mit welchen Augen ein Kind in die Welt blickt. Wollt Ihr mitkommen? Ja? Dann kann es jetzt losgehen....



Mir ist bewusst dass ich als Kind wirklich ein Glückspilz war, denn ich hatte das Privileg, schon sehr früh mit auf Reisen genommen worden zu sein. Meine erste Reise trat ich im Alter von 1 Jahr an, und seitdem verreisten wir jedes Jahr. Meine Eltern, besonders jedoch mein Vater liebte das Reisen. Bis heute ist er mit diesem "Reisefieber" infiziert, dass er mir auch zur Gänze vererbt hat. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm, sagt man. Das ganze Jahr wurde gespart und sicherlich auch auf vieles andere verzichtet, um dann mit der Familie in den Urlaub fahren zu können. Daher war es  wahrscheinlich kein Zufall dass ich mich schon in einem recht jungen Alter zu einem sogenannten "Reisejunkie" entwickelte, der oft schon viel mehr gesehen hatte, als andere Kinder im gleichen Alter.

Die alljährlichen Urlaubsvorbereitungen begannen meist mit einem gemütlichen Sonntagstreffen mit Freunden meiner Eltern ( für mich waren sie jedoch meine Tanten und Onkeln - auch oft ohne Blutsverwandschaft) um zu besprechen wo es hingehen sollte. Jedes Jahr hörte ich irgendwelche exotischen Namen von Inseln und Ortschaften, die ich irgendwann aufsaugte, und wiedererkannte.
Gebannt saß ich dabei, und mein Körper kribbelte schon vor lauter Spannung, für was wir uns nun entscheiden würden. Ich war mittendrin statt nur dabei.

Die Vorfreude war jedes Jahr riesig. Andere Kinder spielten Puppenküche usw. Ich richtete mir zu Hause einen Flughafen ein, wo ich meine selbstgebastelten Tickets verkaufte, und als Stewardess die Leute versorgte, oder eben mal schnell am Nachmittag selbst verreiste. Der Flughafen war für mich als Kind interessanter als ein Freizeitpark, und im Flugzeug fühlte ich mich pudelwohl. Zum Leidwesen meiner Eltern musst ich wenn ich aufgeregt war ziemlich oft auf die Toilette. Das ist im Flugzeug, und vor allem dann wenn das Essen auf dem Tischchen steht nicht mehr so lustig. Es folgte ein hektisches Jonglieren mit dem Flugzeugessen, bis ich endlich frei war, und meinen Weg zur Toilette bestreiten konnte. Ich spazierte liebend gern im Flugzeug umher, und erkundete es. Und ja auch die Flugzeugtoilette ist interessanter als am Boden! :-)



Wir verreisten viel mit meinen "Onkeln und Tanten", und ihren Kindern. Ich war immer das Küken in der Runde, und entweder wurde auf mich aufgepasst und mit mir gespielt, oder auch viel Unsinn mit mir getrieben. Unsere Reiseziele waren hauptsächlich Griechenland, und manchmal auch Spanien, Tunesien oder die Türkei. Richtige Hotelanlagen, Resorts oder All Inclusive kannte ich als Kind nicht. Wir wohnten meist in kleinen Pensionen oder Studios, die von Einheimischen geleitet wurden. Gekocht wurde entweder selbst, oder am Abend wurde in einer Taverne gegessen.

Diese Reisen waren für mich als Kind wunderschön. Abseits dieser All Inclusive-  und Animations Kultur lernten wir uns selbst zu beschäftigen, Kreativität zu entwickeln, und nicht nur alles vorgegeben zu bekommen, und bespaßt zu werden. Es war ein Stückchen Freiheit, bei dem du dich ausleben und ausprobieren konntest. Diese Urlaube waren ursprünglicher, denn wir kamen auch mit der Kultur des Landes besser in Berührung. Mir hat es als Kind an nichts gefehlt, und im nachhinein bin ich wirklich froh nicht meine Ferien in den Hotelburgen verbracht zu haben. Ich wäre wahrscheinlich nicht dieser Mensch geworden, der jetzt hier vor dem Computer sitzt, und diese Zeilen niederschreibt.

Als ich ca. 6 Jahre alt war, kam ich das erste Mal bewusst mit "armen Kindern" auf der Straße in Kontakt. Ich bin mir sicher dass ich schon vorher arme Leute gesehen hatte, doch diese Erinnerung blieb mir im Gedächtnis, wahrscheinlich weil sie fast gleich alt waren wie ich. Sie trugen dreckiges und ein wenig altmodisches Gewand, und befanden sich auf der Straße, wahrscheinlich um zu betteln. Ich war stehen geblieben um auf meine Eltern zu warten. Die Kinder betrachteten mich, und kamen neugierig näher. Ich weiß noch genau, dass ich mir fürchterlich den Kopf zerbrach, warum sie denn so dreckig ausschauten, und wo ihre Eltern wohl abgeblieben waren.Ich machte mir Sorgen. Komisch, dachte ich mir. Als wir weitergingen, winkten sie mir noch zu, und ich winkte zurück. Ich war sehr bestürzt und nachdenklich, als meine Eltern mir später erklärten, dass es Kinder gibt, die arm sind, und vielleicht sogar auf der Straße leben müssen. So ist das also. Es gibt nicht nur eine "glückliche /heile" Welt, denn die andere Seite der Medaille ist auch ziemlich präsent. Eine wichtige Lektion in meinem jungen Leben war aber vor allem das, dass wir egal ob wir arm oder reich sind - trotzdem alle Kinder sind. Und ein Kind ist wichtig. Ein jeder Mensch ist wichtig!
An dieser Stelle möchte ich euch noch etwas ans Herz legen. Unterschätzt eure Kinder, und ihre Gedanken nicht. Egal wie jung sie auch oft noch sein mögen.

Bis heute geblieben ist mir auf jeden Fall die Faszination für das Alte. Schon als Kind schritt ich über archäologische Stätten, Tempelanlagen und Kreuzritterburgen im Mittelmeer. Ich liebte Geschichten, und merkte sie mir. Heimgekehrt mit diesen interessanten neuen Details, interessierte sich kaum ein anderes Kind in meinem Alter für die gleichen Dinge. Aber das störte mich nicht, denn ich war glücklich mit meinen Erlebnissen.

Mir wurde ein großes Geschenk gemacht. Wie schon gesagt, ich durfte während dieser Reisen schon früh viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Ich kam gewollt oder oft ungewollt mit anderen Menschen, Sprachen und Kulturen in Kontakt, die mich im Nachhinein geprägt haben, und mir schon als Kind eine andere Sichtweise beschert , und auf jeden Fall meinen Horizont erweitert haben. Dank der vielen Reisen, und des offenen und respektvollen Verhaltens gegenüber anderen Mitmenschen und Kulturen, die meine Familie mich gelehrt hat, bin ich dadurch gewachsen und gereift. Ich möchte diese fantastische Zeit nicht missen!! Es war herrlich!

Danke!!!!



PS: Wenn euch mein Artikel gefallen hat würde ich mich freuen wenn ihr ihn, oder meine Blog/Facebookseite teilt! 
Das würd mir super viel helfen!




Donnerstag, 23. Juni 2016

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen...


Rio de Janeiro

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Dieser Ausspruch passt wie die Faust aufs Auge, denn jede Reise, egal ob nah oder fern bringt uns neue Eindrücke, Erfahrungen und Lernaufgaben. Ein jeder von uns ist so einzigartig wie seine Erfahrungen die er macht.
Wir sammeln auf unseren Abenteuern die unterschiedlichsten Puzzleteile, und im besten Fall können wir damit ein wunderschönes Bild bauen, dass unser Leben positiv bereichert und uns auf unserem Lebensweg unterstützt.

Ich öffne heute meinen Reiserucksack und zeige euch einige meiner wichtigsten "Puzzleteile" - Erfahrungen, die mich nachhaltig beeinflusst haben, und die mir einfach wichtig sind.


Im Moment leben

Ich kenne nicht viele Leute, die wirklich im Moment leben, und wenn ich ehrlich bin, dann habe ich auch immer wieder Schwierigkeiten damit. Wirklich präsent in der Gegenwart zu sein, ist oft eine große Aufgabe. Besonders im Alltag - zwischen Arbeit, Familie und diesem gewissen Erfolgs -  und Leistugsdruck den wir ja hierzulande stark ausgesetzt sind, bleibt oft nicht viel Zeit für das Jetzt. Die Sorgen und Probleme rücken in den Vordergrund, und der jetztige Moment verstreicht, und ist vorbei.
Auf Reisen lernte ich endlich wieder den Motor zurückzustellen, und langsamer zu werden. Diese Langsamkeit oder Bewusstheit ist wunderbar. Wie schön der Zauber eines Momentes sein kann, wenn man einfach nur Ist. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich das erste Mal in Bangkok auf einem Gehsteig saß und meinen Pappkarton Essen auf den Knien balancierte. Der Geruch der Umgebung war intensiver, die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen meines Essens waren einfach der Hammer, und ich genoss das erste Mal seit Jahren das Hier und Jetzt. Kleinigkeiten fielen mir auf, und ich "sah" meine Umgebung und die Leute endlich wieder - mit wachen Augen.

Loslassen - Freiheit

Ich war schon immer ein "kleiner" Kontrollfreak, obwohl ich es ungern zugebe. Diese ständige Kontrolle über alles in meinem Umfeld, und über mich, machte mein Leben nicht gerade einfacher, sondern sogar oft schwieriger. Jedoch sah ich das damals nicht, und glaubte an diesem Zwang festhalten zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht wie schön es sein kann, auch mal loszulassen. Meine Planungen für die erste Reise alleine, waren abgeschlossen. Der Flug nach Neuseeland war gebucht, und den Rest wollte ich mir dort suchen - das war schon Abenteur genug für mich. Ich wusste jedoch genau, wieviele Tage ich an jedem Ort bleiben wollte, und wie es genau ablaufen sollte. So viel Kontrolle musste sein. Da hatte ich meinen Plan aber gemacht, ohne das Leben vorher zu fragen. Es kam vieles anders. Ich musst meine Pläne über Bord werfen. Hostels waren nicht verfügbar, ich fand nur mit aller Mühe einen Schlafplatz für die Nacht, der Bus kam nicht wie geplant, oder das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung. Wie ihr euch vielleicht denken könnt, war ich mit den Nerven am Ende, und mein ständiger Kontrollzwang fand ein jehes Ende. Notgedrungen musste ich lernen, dass das Leben (auf den ersten Blick) nicht immer so ist wie ich es haben will, und uns auch einmal andere Wege aufzeigt.
Was besseres hätte mir gar nicht passieren können.Wenn ich schon nicht mehr die Kontrolle über alles haben kann, dann probiere ich einfach mal etwas Neues aus. Ich schmiss meine langzeitig aufgestellten Pläne in den Müll,  reiste ab nun völlig zwanglos. Wo es mir gefiel blieb ich, und sonst organisierte ich mir etwas anderes. Dieses sogenannte Loslassen führte dazu, dass ich auch wieder das Gefühl von Freiheit und Lebendigkeit kennenlernte. Aus dem goldenen Käfig den man sich auferlegt hat, auszubrechen, und sprichwörtlich wieder seine Flügel auszubreiten und zu fliegen, ist ein Geschenk. Das Leben wurde zum Abenteuer.
Um wirklich frei zu sein, gehört aber meiner Meinung nach auch noch etwas anderes dazu. Wenn wir immerzu in Mustern leben ( z.B. alte Gewohnheiten, Geschichten aus der Vergangenheit die uns keine Ruhe lassen und an denen wir hängen, unser Perfektionismus usw.) , die uns nicht glücklich machen, dann sind wir auch nicht frei. In den vielen Momenten die ich auf Reisen nur mit mir verbracht habe, bekam ich die Möglichkeit mich wirklich zu reflektieren. Natürlich war das nicht immer nur schön, denn es kommt genug "Müll" hoch, der auch bearbeitet werden will. Für mich waren und sind meine Reisen auch immer ein Stück weit "Rehabilitation für die Seele". Das alte loslassen, und dann die Freiheit haben, den nächsten Schritt zu machen.

Neuseeland - Die erste Reise alleine

Mut

Während meiner Reisen musste ich schon oft Mut aufbringen. Es begann schon damit, überhaupt so mutig zu sein, und das erste Mal alleine auf Reisen zu gehen. Wie oft hatte ich Angst etwas zu probieren, auch wenn es sich nur um scheinbare Kleinigkeiten, wie zum Beispiel etwas auf Englisch zu erfragen, auf neue Leute zuzugehen oder sich alleine ins Restaurant zu setzen, handelte. Die sogenannte Komfortzone zu verlassen, und die Angst zu überwinden, erfordert immer unseren Mut. Doch diese Handlungen - hat man es erst ausprobiert, werden belohnt. Ich war auf mich alleine gestellt, und wurde bei jedem neuen Versuch mutiger, und selbstbewusster. Schlussendlich war ich dann soweit, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ich kam als andere Person nach Hause zurück. Es interessierte mich (meist) nicht mehr was andere Leute von mir hielten, und ich brachte endlich den Mut auf, mein Leben zu leben, und meine Träume in Angriff zu nehmen.


Sich wieder über Kleinigkeiten zu freuen - Was wirklich zählt im Leben

Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir "Westler" irgendwo falsch abgebogen sind. Die wenigsten von uns, können sich noch über Kleinigkeiten freuen. Wir sind meist Egoisten wie aus dem Bilderbuch, denen nur unser eigenes Leben etwas bedeutet. Oft zählt nur Geld, und Erfolg. Viel Besitz, und materielle Anschaffungen sind das A und O eines funktionierenden Lebens. Ohne dass, sind wir in der Gesellschaft meist unten durch, oder wenn wir dieser Entwicklung nicht folgen wollen, werden wir auch als Spinner, oder Hippies betitelt. Klar, jeder von uns hat eigene Ansichten vom Leben, und auch eigene Maßstäbe, was einem wichtig ist. Das ist auch gut so. Jedoch würde es vielen von uns nicht schaden, einmal etwas zurückzuschrauben, und wieder diese essenzielle Erfahrung zu machen was wirklich im Leben zählt. Ist es wirklich immer das Geld? Muss ich immer voll Hass oder Neid sein? Sollten wir vielleicht mal wieder auf Menschen schauen, denen es nicht so gut geht wie uns? Unseren Egoismus zurück stecken und anderen helfen, statt nur zu sagen, dass der jenige ja selber an seiner Misere schuld ist, sonst wäre er vielleicht nicht arm.
Als Reisender lebte ich minimalistisch. Nur mit ein paar Sachen in meinem Backpack, war der Weg einfacher zu gehen. Nach Hause kam ich dann immer ohne meine Dinge, denn das meiste wurde immer an andere Leute weitergegeben, die es eher brauchen konnten..Hat man wie ich das Glück, wirklich ein Reisender zu sein, und sich die Welt anzuschauen, dann trifft man auf viele verschiedene Menschen.  Ich habe auf der Welt schon viel Armut gesehen. Viele Menschen die wirklich nur auf der Straße, oder im Slum leben können, weil sie sogut wie keine Chancen auf ein anderes Leben haben. Wenn man solche Armenviertel, wie zum Beispiel in Indien zu sehen bekommt, dann beginnt man schon einmal nachzudenken. Unsere Gesellschaft will oft nur mehr Geld, Autos, größere Wohnungen und andere Dinge. Und macht uns das glücklich? Wenn wir ehrlich sind, dann nicht, denn dann wollen wir noch mehr. Aber dann wirklich als Reisender zu sehen, mit wie wenig andere Menschen auf diesem Planeten tagtäglich auskommen müssen, sollte uns doch ein wenig vor Augen führen, wie gut es uns geht.
Ich habe in Indien und auch in den ländlichen Regionen Thailands, die Erfahrung gemacht, dass zum Großteil die sowieso schon arme Bevölkerung am meisten zu geben hat. Die Herzlichkeit der Menschen war so echt und ansteckend, und oft hätten sie mir sogar das letzte Stück Brot oder Tee angeboten.
Ebenfalls in Indien, war ich mit dem Zug von Haridwar nach Delhi unterwegs. In meinem Zugwagon der zweiten Klasse, bemerkte ich nach einiger Zeit etwas am Boden. Ein ca. 6 jähriger Junge krabbelte dort umher. Er hatte zerissene Kleidung an, und sein Gesicht und seine Hände waren voller Schmutz. Der Junge verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit Schuheputzen, Für die Mehrheit der Leute im Zug, war er nur wie irgendein Tier oder eine Kakerlake, die einfach nur weitergestoßen wurde. Ich hatte nur Flip Flops an, sonst hätte ich mir meine Schuhe von ihm putzen lassen. Aber ich wollte ihm trotzdem etwas geben. Ich winkte ihn zu mir. In meinem Rucksack hatte ich meine Geldbörse,frisches Obst und andere Leckereien. Ich wollte ihm ein bisschen Geld geben, und auch etwas zu essen. Denn in Indien ist es nicht sicher, ob er das Geld nicht wieder an seinen Schlepper abgeben muss. Das Essen gehört ganz sicher nur ihm. So aßen wir zusammen das Obst, und seine Kinderaugen wurden jedesmal größer, wenn ich wieder etwas Neues auspackte. Kurz bevor ich aus dem Zug stieg, gab ich ihm noch  Geld, das übergebliebene Obst, und ein Päckchen Kartoffelchips, über dass er sich am meisten freute. Aber was danach kam, hätte ich mir nie im Leben gedacht. Ich ging den Bahnsteig entlang, und suchte nach dem Ausgang. Auf einmal zog mich jemand beim Arm. Ich drehte mich um, und da stand der kleine dreckige Junge aus dem Zug. Er lächelte mich an, öffnete meine Hand, und legte das Geld dass ich ihm vorher gegeben habe, und einen kleinen Stein hinein. Ich war ganz verwirrt, und wollte ihm das Geld wieder geben, doch er nahm es nicht. Er lächelte mich ein letztes Mal an, zeigte auf das Sackerl mit dem Obst, dass er in der Hand hielt, und lief wieder in Richtung Zug. So stand ich da. Mit dem Geld in der Hand, und meinem Geschenk - einem kleinen Stein. Ich freute mich so, über diesen Moment - über den Jungen der mich so fasziniert hatte - über mein kleines Geschenk - die Dankbarkeit - und über dieses Glücksgefühl. Für mich war es vielleicht eine Kleinigkeit mein Essen mit ihm zu teilen, doch für ihn war es die Welt!
Noch heute denke ich immer gern an diese Situation zurück, denn dann spüre ich wieder diese Dankbarkeit, und das Leben dass dich immer wieder überrascht!

Indien - Varanasi


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Das würde mir sehr weiterhelfen!

Danke!!






Übrigens : Dieser Artikel entstand für die Blogparade von  

http://www.mariameetsanna.com

Schaut gerne mal auf diesem schönen Blog vorbei!

 








Sonntag, 19. Juni 2016

Alleine auf Reisen - Wie war es bei mir?

Anlässlich des aktuellen Round up von Nadine auf ihrem schönen Blog Womasia, gibt es auch von mir einen Artikel übers "Reisen alleine".

 


Solo Reisen – Wie war es bei mir?

Eine Reise alleine bestreiten. Ja, oder Nein. Das ist ein interessantes Thema und spaltet immer wieder die Gemüter. Was ist aber jetzt wirklich dran am Reisen alleine? Ist es ein Albtraum oder doch ein Gewinn?

Ich möchte euch heute von meinen Erfahrungen des „Solo Reisens“ berichten. Als ich 18 Jahre alt war, wuchs der Wunsch immer mehr die Welt zu erkunden, und auf Reisen zu gehen. Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt keinen passenden männlichen Begleiter an meiner Seite, und mein Freundeskreis wollte eher All Inclusive Urlaub machen, als mit mir die Welt zu erkunden. Dumm gelaufen! Ich hatte nun zwei Möglichkeiten. Entweder einen für mich schon langweilig gewordenen Hotelurlaub, oder meine Sachen packen, und alleine auf Reisen gehen. Das habe ich dann auch gemacht. Und es sollte nicht meine letzte Reise alleine werden.
Es gab auf diesen Reisen immer mal wieder Höhen und Tiefen. Entscheidungen mussten getroffen, und viele erste Schritte gegangen werden.

Am Anfang einer solchen Reise kommen die verschiedensten Fragen und Ängste auf. Werde ich alleine zurecht kommen? Sind meine Sprachkenntnisse ausreichend? Werde ich auf Leute treffen mit denen ich reden kann, oder werde ich mich einsam fühlen? Komme ich übehaupt mit mir selbst zurecht?

„Niemand weiß was er kann, bevor er es versucht!“


„Niemand weiß was er kann, bevor er es versucht!“ Diesen einen Satz möchte ich euch sehr ans Herz legen, denn die meisten Pläne im Leben, und dazu gehört auch das Reisen alleine, scheitern daran dass man glaubt etwas nicht zu können, und es deshalb auch nicht ausprobiert! 

Meine Reisen alleine zählen zu den schönsten Momenten meines Lebens. Warum?
Ich habe den Schritt in die große weite Welt gewagt. Das erste Mal in meinem Leben war ich  für mich selbst verantwortlich. Vor meinen Reisen war ich ein schüchternes Mädchen, dass nur in der Familie und im engsten Freundeskreis den Mund aufgemacht hat.  Wenn man alleine ist, muss man lernen über seinen Schatten zu springen, und mit fremden Leuten in Kontakt zu kommen. Und das ist nicht einmal schwer. Wenn man nach Anschluss sucht, dann ist ein Aufenthalt in einem Hostel eine tolle Idee. Dort kommen so viele Leute zusammen, die oftmals die gleichen Interessen haben. Kontakte knüpfen ist dort auch für Mauerblümchen nicht schwer.  Überwinde dich einfach, und leg den Perfektionismus ab. Damit spreche ich auch ein Problem an, dass vielleicht viele kennen. Ich hatte oft Angst nicht perfekt Englisch zu sprechen, und war daher eher passiv. Doch diese Angst muss nicht sein. Man findet immer eine Gesprächsbasis miteinander, und niemand muss perfekt sein! Manchmal hilft sowieso nur ein nettes Lächeln, und eine Kommunikation mit Händen und Füßen. Auf meiner ersten Reise war ich nur in Hostels unterwegs. Und glaubt mir, wenn euch nach netter Gesellschaft ist, werdet ihr immer jemanden finden.

Behaltet auch immer im Kopf, dass ihr jederzeit nach Hilfe fragen könnt. Egal wo auf der Welt ihr unterwegs seit. Es wird sich immer jemand finden, der euch beisteht. Das kann ich euch aus Erfahrung sagen. 
Was mich bis heute in den Bann zieht, ist dieses unglaubliche Gefühl von Freiheit! Das ist ein großes Privileg. Man entscheidet was man machen will, und in welche Richtung der Weg führen soll, bricht aus dem Hamsterrad aus, und ist nur noch Mensch. Der einzig wichtige Mensch in dieser Situation. Was macht mich glücklich? Was will ich jetzt?  Tu es. Das ist Freiheit!!
 
Auf meinen Asienreisen verbrachte ich dann auch viel Zeit alleine, und ließ die Hostels hinter mir. Es wäre nicht so gewesen dass ich mir dort niemanden zum reden gefunden hätte. Aber mir war es wichtig, eine Zeit lang nur mit mir alleine zu sein.  Mit dem alleine sein haben ja viele Leute Probleme. Klar, denn man beschäftigt sich vielleicht mehr mit sich selbst, und irgendwann kommen dann auch mal Themen hoch, die uns nicht so angenehm erscheinen. Auch auf Reisen kann man vor nichts davon laufen! Das klingt jetzt vielleicht für einige von euch nach einem Albtraum, doch ich muss euch ganz ehrlich sagen dass es genau das Gegenteil ist! Auf Reisen lernt man so viel über sich selbst.  Was man will im Leben, was einen glücklich macht, aber auch was man vielleicht verbessern kann, oder einfach loslassen sollte. Schlussendlich ist es ein Gewinn! Diese „Einsamkeit“ brachte mich auch dazu, endlich mal wieder zur Ruhe zu kommen. Egal ob ich in Bangkok auf einer belebten Straße unterwegs war, oder irgendwo am Meer saß. Ich wurde viel aufmerksamer,  bemerkte wieder die Schönheit des Lebens und freute mich über Kleinigkeiten. Diese Ruhe tat mir sehr gut, und ich kehrte immer gestärkt nach Hause zurück!

Das erste Mal alleine auf Reisen zu gehen, ist sicherlich eine Herausforderung. Sich seinen Ängsten zu stellen (so wie es auch bei mir war) ist noch einmal eine Aufgabe mehr, die du bewältigen musst. Doch schlussendlich wirst du belohnt. Mit jedem kleinen Schritt den du machst, wirst du selbstbewusster, und stärker. Man entwickelt sich weiter, und findet wieder zu sich selbst. Lernt Neues kennen, oder lässt sich einfach mal vom Leben inspirieren.  Ihr seht, wenn ihr bereit seit eure Komfortzone zu verlassen, dann wartet großes auf euch!


„Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt“


Hoffentlich konnte ich den einen oder anderen etwas inspirieren und weiterhelfen. In diesem Sinne, wünsche ich euch jetzt viele schöne erste Schritte und neue Erfahrungen!!